Bier ist Lebensfreude!

BierSamtMensch

Fotografische Essenz im Chiaroscuro-Stil

Was haben Bier und Fotografie abseits von Produktwerbung miteinander zu tun? Eine gan-ze Menge, wie die Ausstellung „BierSamtMensch“ am 20. Mai in der Adler-Brauerei in Wiernsheim beweist. Jedoch: Entscheidend sind die Perspektive und das richtige Licht.

Mit Daniela Jakob und Robert Volk haben sich eine Fotografin, die eigentlich kein Bier mag, und ein Brauer, der eigentlich nicht fotografiert werden möchte, gefunden. Und wie! Die Idee entsprang aus der Begegnung von sich gegenseitig bewundernden Menschen, die mit ihrem jeweiligen Können eine künstlerische Symbiose eingegangen sind. Die Basis ist die Leidenschaft für das, was beide tun und lieben. Bilder und Bier.

Hell und dunkel lassen sich in den verschiedenen Bierstilen, in den verschiedenen Foto-einstellungen, in den Perspektiven und Blickwinkeln, in den Menschen, die sich im Kon-trast widerspiegeln entdecken. Daniela Jakob verschafft gerichtetem Licht Zugang und Menschen eine samtige Wohlfühlfläche, sich fallen zu lassen. So entstehen einzigartige Porträts von Menschen in persönlichen Situationen, die sich im Auge der Kamera gänzlich unbeobachtet fühlen.

Sie lässt die Menschen im Dunkel nicht allein, sondern setzt sie in das Licht, dass sie so zeigt wie sie sind. Nicht rein optisch, sondern ganzheitlich arbeitet Daniela Jakob die Es-senz heraus. Sie legt den Sanftmut im Menschen frei. Ohne das Dunkel würde der Betrach-ter das Licht und damit das Wichtige im Bild nicht erkennen. Kontrast meint hierbei kein Überschärfen von Konturen, sondern die Trennung vom Unwesentlichen. So wie heller Bierschaum auf dunklem Bier den Betrachter auf das vorbereitet, was noch kommt: die Es-senz.

Kontraste entstehen bei Daniela Jakob „out of the Box“. Die Kunst entsteht im Moment des Fotografierens und findet ihre Vollendung bei der anschließenden Bildbearbeitung am Computer. Sie mündet in eine ungewöhnliche Ausstellung an einem – für Kunst – unge-wöhnlichen Ort: einer Brauerei. Zu sehen ist sie nur an einem Sonntag.


BierSamtMensch
Fotografische Essenz im Charoscuro-Stil
Sonntag, 20. Mai 2018
11 Uhr – 18 Uhr
Adler-Brauerei Wiernsheim
Lindenstraße 38
75446 Wiernsheim


Zu den Machern:

Daniela Jakob geht als Fotografin seit Jahren im Alltag auf Ideenjagd. Dort fängt sie Ge-danken ein und setzt diese thematisch und künstlerisch in ihren Aufnahmen um. In ausge-suchten Bildern arbeitet sie dann wie ein Maler. Dabei nutzt sie Pinsel und Palette der viel-fältigen Bild-Bearbeitungsmöglichkeiten, um aus den Fotos Abbildungen zu machen, die zu einer Entdeckungstour einladen. Jetzt hat sie den Brauer Robert Volk und dessen Bier entdeckt. Obwohl sie gar kein Bier mag. Und kontrastreich im Chiaroscuro-Stil fotogra-fisch in Szene gesetzt.

Robert Volk ist das, was man sich unter einem Braumeister im besten Sinne vorstellen kann. Ein Genussmensch, der noch in Handarbeit Braukunst lebt. Er braut unvergleichli-che Biere und weil diese Leidenschaft für Bier ansteckend und offensichtlich vererbbar ist, braut in seiner Adler-Brauerei die ganze Familie mit. Er lebt das Leben als Brauer mit allen Sinnen. Was er nicht so gerne mochte: fotografiert werden. Bis er Daniela Jakob traf.

Zum Chiaroscuro-Stil:

Chiaroscuro (italienisch: „hell-dunkel“) bezeichnet ein in der Spätrenaissance und im Ba-rock entwickeltes Gestaltungsmittel der Grafik und Malerei, das sich durch starke Hell-Dunkel-Kontraste auszeichnete und sowohl der Steigerung des Räumlichen als auch der des Ausdrucks diente.

Für die Planung Ihrer Aktivitäten, hier das Wetter:

                                                     


Brauen zum Schauen!

Hier geben wir Termine bekannt, an denen jeder uns beim Brauen kurz "über die Schulter schauen" darf. Wir wollen damit zeigen, dass bei uns noch ganz handwerklich gebraut wird (neudeutsch "Craftbrewing") und anregen unsere Besichtigungen oder Seminare zu buchen.
Nächste Termine:
 im Juni
Den Anweisungen unseres Personals bitten wir dabei Folge zu leisten.
Hochexklusive Editionsbiere vom kloine Werschemer!
Unsere neuen Edelbiere aus der neuen Zwergbrauerei
... nicht verpassen!!!
 dr kloi Werschemer

 

 

Brauerhandwerk in der Kleinstbrauerei –

ein deutsches Kulturerbe

Gefährdet durch stringente Auslegung von Verordnungen und Gesetzen

 

 

 

 

 

 

 

Ein Plädoyer zu mehr Flexibilität im Umgang mit Vorschriften, Verordnungen und Gesetzen, zum Erhalt der deutschen Biervielfalt.

 

 

 

 

Von

 

Robert Volk

 

Brau- und Malzmeister (Ulm)

Sachkundiger für Lebensmittelhygiene (Doem.)

Adler-Bräu Wiernsheim

November 2014

 

 

 

 

 

 

Das deutsche Bier, ein schützenswertes Kulturerbe von Weltrang,

wird seit Jahrhunderten von kleinen, manufakturhaften Brauereien geprägt. Vielfalt und höchste Qualität sind hier entstanden und werden mit feinster Handwerkskunst unter Einbeziehung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Liebe zum Produkt ständig weiterentwickelt.

Durch den direkten Kontakt zum Endverbraucher, dem Biergenießer, hat der Braumeister der Kleinstbrauerei stets sein Ohr am Markt und handelt höchst verantwortungsvoll.

 

 

Der Biermarkt

ist an sich sehr schwierig und stets existenzbedrohend.

Ein fast unüberwindbares Hindernis für den Betrieb der traditionellen Kleinstbrauerei stellen oftmals die Anforderungen der Lebensmittelhygienevorschriften und die (zum Teil praxisfremden) Auflagen der Lebensmittelkontrolleure dar.

 

 

Die Hygienevorschriften der EU

sind dringend notwendig um die Betriebe zu beraten und die Verbraucher zu schützen. Sie sind zugeschnitten auf Betriebe die großindustriell, automatisiert, anonym und mit Einsatz oft geringer qualifizierten Personals produzieren.

Diese Kriterien treffen auf deutsche traditionelle Kleinstbrauereien nicht zu!

 

 

Die technische und bauliche Ausstattung

der Kleinstbrauereien ist Grundlage für deren einzigartigen Biere. Durch diese Ausstattung und durch das geringe Budget ist es dem Bräu der Kleinstbrauerei oft gar nicht möglich alle Auflagen der Behörden zu erfüllen. Das heißt: selbst, wenn der Bräu die finanziellen Möglichkeiten zum Umbau hätte, so wäre in aller Regel der Charakter seines Bieres  gefährdet.

 

 

Mitunter führen die Auflagen sogar zu grotesken bis lächerlichen Situationen.

Einige Beispiele der Absurdität stringenter Regelauslegung:

·        Wegen der räumlichen Begrenztheit gibt es in Kleinstbrauereien oft Produktionsräume, die simultan als Verkaufsräume genutzt werden müssen. Während hier gesetzestreu die Fenster mit Fliegendraht gesperrt sind, bleibt die ungleich größere Tür für Kunden und dabei zwangsläufig auch für Fliegen, offen …

·        In Malzsilos und Schrotereien werden mitunter Insekten (Kornkäfer, Kornmotten … ) „mit eingelagert“. Die Fenster zu diesen Räumen aber müssen gegen Insekten gesperrt sein …

·        Alle Flächen und Gefäße müssen glatt, möglichst fugenfrei und leicht zu reinigen sein. Neuerdings aber werden aus Gründen der Sortenvielfalt unbeschichtete Holzfässer (nicht gepicht!) und Holzteile beim Brauen eingesetzt. Diese sind im klassischen Brauersinne nicht reinigungsfähig – ergeben aber dennoch keine Gefahr für Bier und Verbraucher …

 

 

Nun beachten wir Besonderheiten beim Brauen in Kleinstbrauereien:

1.      Im Biere können keine humanpathogenen Keime wachsen.

2.      Daher ist die Ausübung des Brauerberufes zulassungsfrei.

3.      Ebenso aus diesem Grunde ist keine gesundheitsmedizinische Untersuchung des Brau-Personals erforderlich.

4.      In Kleinstbrauereien zeichnet stets gut qualifiziertes Personal für die Bierqualität verantwortlich.

5.      Bier stellt bei bestimmungsgemäßem Genuss keine Gesundheitsgefährdung und generell kein Infektionsrisiko dar!

 

 

Ausblick

Wenn alle aktuellen Anforderungen stets stringent angewendet und umgesetzt worden wären, so blieben dem Biertrinker Genüsse wie kaltgehopfte Biere, Holzfassreifung, Gabe von Chips oder traditionelle Kühlschiffbiere, etc. vorenthalten.

Biere aus gewachsenen Kleinstbrauereien mit offener Gärführung, Felsenkellern und einfachen Produktionsbedingungen wären schier unmöglich. Das Genussspektrum wäre also erheblich eingeschränkt. Somit wäre das Kulturerbe deutsches Bier um entscheidende Facetten ärmer.

 

 

Forderung

Daher plädiere ich dafür, dass

        I.            Kleinstbrauereien bis 5.000 hl Jahresausstoß, die

      II.            vom Brau- und Malzmeister inhabergeführt sind und

    III.            deren Braumeister eine zusätzliche Lebensmittelhygieneschulung absolviert hat und

   IV.            die qualifiziertes Personal zum Brauen einsetzen und

     V.            auf ihrem Bier ein MHD von nicht mehr als 3 Monaten ausweisen

größtmögliche Flexibilität, individuelle Vereinbarung und Eigenverantwortlichkeit in der Anwendung der Hygienevorschriften erhalten.

Nur so ist gewährleistet, dass die Genussvielfalt und das Kulturerbe deutsches Bier in der traditionellen, jahrhundertealten Form fortbestehen können.

 

 

 

- Gott geb´ Glück und Segen drein! –

 

 

Anhang mit einer kleinen Auswahl von Anwendungsbeispielen

·        Im Malz (wie in anderen Lebensmitteln wie Äpfeln, Kartoffeln, Tomaten, Käse, etc.) gibt es bisweilen Lebewesen, vor denen wir uns weder schützen können noch müssen! => Im Malzlager also bauliche Maßnahmen anzuordnen um Malz vor Insekten zu bewahren ist daher nicht verhältnismäßig. Der Bräu kann hier mit Sachverstand die angemessenen Vorkehrungen treffen.

·        Kühlschiffe sind seit Jahrhunderten bewährt und ergeben unnachahmliche Biere. =>  Offene Kühllinien sind somit keine Gefahr, sondern (insbesondere unter Anwendung eines MHD unter 3 Monaten) ein erhaltenswertes Genuss- und Kulturgut.

·        Eiserne Treberklappen und sonstige  Einbauteile setzen Patina an und sind nach allgemeiner Lebenserfahrung erwiesenermaßen keine Gefahr für Bier und Verbraucher. Hier ist Bestandsschutz geboten.

·        Bei offener Gärung besteht freilich eine geringe Gefahr der Kontamination mit bierfremden Mikroorganismen. => Dies ist jedoch eindeutig im Rahmen der Risikobewertung zu vernachlässigen (keine humanpathogenen Keime!) Hingegen ist der Charakter der so gewonnenen Biere unnachahmlich.

·        Alte Felsenkeller sind immer versport. Da Bier im geschlossenen Gefäß gelagert und abgeschlossen gefördert wird ist das Kontaminationspotential jedoch marginal. Zudem sind Schimmelpilze keine Bierschädlinge. Diese Keller sind also weiterhin für Brauereien geeignet.

·        Biere mit kurzem MHD lassen wegen der langen Inkubationszeiten von klassischen Bierschädlingen kaum ein Qualitätsrisiko auftreten.

·        Gealterte Anstriche, oxidierte Befestigungen oder Apparateteile in Lagerkellern und Abfüllkellern können dort nie mit dem Bier in Berührung kommen, da dieses in sicher geschlossenen Systemen sauber gefördert wird. Der Braumeister wird hier stets die richtigen Maßnahmen zum Erhalt der Bierqualität treffen.

·        Eine betriebsindividuelle Gesamtflora kann für einen charaktervollen  betriebsindividuellen Hausgeschmack verantwortlich sein, dessen Bewertung man dem Bräu und vor allem dem Biergenießer überlassen sollte. Diesen sollte man die Bewertung keinesfalls durch sture Verbote vorenthalten!